... unter 7,5 Stunden bleiben...

Auf nach Eldris. Es geht bergab und die Spur ist eisig geworden da es wieder kälter wird. Schnell gleitet der Ski in der Eisspur, da sausen die Kilometerschilder regelrecht an einem vorbei. Die 10 Kilometer fahre ich in 43 Minuten, ein vierzehner Schnitt. In Eldris lese ich dann ein Schild mit der Siegerzeit, 3:48. Na, das werd ich nicht mehr ganz schaffen, aber ein neues Ziel rückt in Sichtweite, unter 7,5 Stunden bleiben. Dafür müsste ich allerdings die letzten 9 Kilometer in 43 Minuten fahren. Normalerweise ist das schon zu schaffen. Aber nach 81 Kilometern sind die Arme ganz schön dick, der Rücken schmerzt und auch die Bauchmuskeln melden sich. An den Handflächen habe ich große Blasen. Doch der Kampfeswille ist erweckt. Schnell lecke ich den letzten Rest aus der ausgelaufenen Tüte und nehm einen Schluck Blaubeersuppe dazu. Jetzt werden wir mal sehen was noch geht. 

Kirchturm von Mora

Das Gelände ist flach, meist leicht abfallend. Schieben, schieben, ja nicht in den Diagonalschritt gehen. Das kostete zuviel Zeit. Jetzt sehe ich mehrere sechs– und siebentausender Startnummern. An diese Startgruppen habe ich mich endlich rangearbeitet. Nun ist auch mal richtig Platz zum Fahren. Die Läufer fahren ähnliche Geschwindigkeiten und das anstrengende Überholen wird seltener. Da kommt der Kirchturm von Mora in Sicht, noch 2 km bis zum Ziel. Los nochmal alles geben sage ich mir und gehe auf den Seitenstreifen. Kurz vor der Kirche sehe ich aus den Augenwinkeln Robert mit dem Fotoapparat in der Hand. 

Noch ein Miniberg...

Jetzt keine Schwäche zeigen. Noch ein Miniberg dann bin ich auf der Zielgeraden. Die ist dicht gesäumt von jubelnden Zuschauern, doch ich nehme sie kaum wahr, höre aber die Anfeuerungsrufe. 

...nach 7 Stunden 24 Minuten und 21 Sekunden überfahre ich als Läufer 6504 den Zielstrich...

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Das ist Wahnsinn und ich erhöhe die Abschiebefrequenz, löse mich aus einem kleinen Pulk Läufern. Hinterher denke ich, das es schon bisschen komisch ausgesehen haben muss wenn einer dort lang schiebt als ginge es um den ersten Platz. Aber egal, nach 7 Stunden 24 Minuten und 21 Sekunden überfahre ich als Läufer 6504 den Zielstrich. Geschafft, yeah, ein bisschen verschwimmt das Bild vor den Augen. Der Körper rächt sich mit einem kleinen Hustenanfall an dem Sprint. Ich brauche ein paar Minuten bevor ich wieder atmen kann, doch das Zielbild was ich selber von mir mache sagt alles.

Helfer weisen mir den Weg

Als ich den Chip abgebe erhalte ich eine der in limitierter Auflage hergestellten Basecaps mit dem Logo des 80. Vasalaufs. Ich begebe mich in den Zielbereich. Helfer weisen mir den Weg , wo mein Plastesack mit den trockenen Sachen liegt. Auf dem Schulhof sieht es fast aus wie auf einer Müllhalde. Aber eben bloß fast. Alles ist nach Nummern geordnet und sortiert. Ich will mich gerade auf die Suche nach dem Sack machen, da kommt mir schon ein Helfer entgegen, gratuliert mir und reicht mir den Plastikbeutel. 

Die Organisation ist wirklich perfekt.

Jetzt schnell in die Turnhalle zu den anderen nach Schweiß riechenden Läufern. Duschen, umziehen, dann nehme ich den großen Fotoapparat und geh noch mal zum Ziel um ein paar letzte Fotos zu machen. 

Mit einem unserer Busse, die im Pendelverkehr ins Hüttendorf nach Rättvik fahren, rolle ich ins Quartier. Dort gibt es ein großes Hallo. Robert, Jan und Jens sind schon da. Gegen ihre Laufzeiten komme ich mir wie eine Schnecke vor. 

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